Ob ein Tagestrip, ein Kurzurlaub oder ein ausgedehnter Ausflug – viele Menschen nutzen das Unterwegs sein, um mal aus ihrem Alltagstrott herauszukommen, andere Luft zu schnuppern und Neues zu entdecken. Dabei ist entspannt reisen für die meisten Hochsensiblen das Wichtigste, denn gerade unterwegs lauert die Gefahr sich durch zu viele Reize zu überfordern. Dann wird jede Unternehmung zu einer weiteren Quelle für Überlastung und Erschöpfung. Nicht wenige hochsensible Menschen unterdrücken dann lieber ihre Unternehmungslust und ziehen sich in die eigenen vier Wände zurück. Wie können wir uns ein entspanntes Reisen voller Leichtigkeit und Genuss ermöglichen?

entspannt reisen

Entspannt reisen als Hochsensibler neu erfinden

Seit ich denken kann, verspürte ich stets eine große Sehnsucht nach Abenteuer in mir, ein pulsierendes Fernweh, das mich in die weite Welt zog, um unbekannte Regionen zu entdecken und mit allen Sinnen neue Gerüche, Geschmäcker und Geschichten zu erkunden. Doch immer wenn ich dann unterwegs war, kam ich schnell an den Punkt, dass mich die vielen Eindrücke überreizten und die neuen Situationen erschöpften, anstatt mir genussvolles und entspanntes reisen zu ermöglichen.

Meine eigene Hochsensibilität schien mir bei jeder Reise im Weg zu stehen. Ob beim Sightseeing in der belebten Innenstadt, beim Durchstreifen von Läden und Museen oder auch an einem gut besuchten Strand: Lange Zeit dachte ich, dass diese Dinge nunmal zu einer »guten Reise« dazugehören, genau wie die vollen Busse, Züge oder Flugzeuge, um von A nach B zu kommen.

Erst als ich begann zu hinterfragen, warum ich das Reisen nur auf diese typischen Arten denken und planen konnte, die mir und meinen Bedürfnissen so oft nicht entsprachen, hatte ich eine entscheidende Erkenntnis: Durch unsere Erziehung und die Werte und Normen unserer Gesellschaft erlernen wir eine bestimmte Definition von allen Begriffen. So übernehmen wir eine ganz klare Vorstellung und Bewertung davon, wie etwa »Arbeit« zu sein hat, was »Leistung« bedeutet oder auch wie »Reisen« normalerweise gestaltet wird. Natürlich haben sich diese Definitionen in anderen Regionen und Gesellschaften unterschiedlich entwickelt, aber eines haben alle gemeinsam: Sie werden uns meistens sehr früh im Kindesalter beigebracht und wirken dann als unbewusste Überzeugungen in uns, die wir deshalb nicht mehr hinterfragen.

Genau hier liegt der Schlüssel zur Veränderung. Wenn wir uns diese erlernten Definitionen und Überzeugungen bewusst machen, dann können wir auch ergründen, ob sie unseren Wünschen und Zielen entsprechen oder ob wir sie verändern möchten. Darin liegt auch die Chance uns selbst als HSP neu zu definieren.

Durch dieses Umdeuten, auch Reframing genannt, hast du die Möglichkeit deine bisherige (unbewusste) Definition von Reisen und Unternehmungen allgemein nach deinen hochsensiblen Bedürfnissen neu zu gestalten. So kannst du jeden Ausflug auch als spannende Entdeckungsreise zu dir selbst nutzen, bei der du wieder ein Stück mehr über dich und deine gute Art zu reisen erfährst.

7 Schritte für dein entspanntes Reisen

Um herauszufinden, was für dich persönlich entspannt reisen bedeutet, kannst du folgende sieben Schritte nutzen. Mit ihnen beleuchtest du verschiedene Aspekte des Reisens. Jeden Schritt kannst du als Stellschraube verwenden, um deinen Ausflug nach deiner Façon zu planen, bewusst zu erleben und hilfreich auszuwerten. Dadurch kannst du deine Unternehmungen nach deinen Bedürfnissen gestalten, damit sie dir und deiner hochsensiblen Art entsprechen und sich leicht und entspannt anfühlen.

Noch ein Tipp vorweg: Nutze dafür ein schönes Journal, in welches du alle Erfahrungen und Erkenntnisse notieren kannst, um sie für deine nächsten Ausflüge festhalten zu können. Dieses Journal kannst du gern auch für das Reframen von anderen Begriffen verwenden, bei denen du spürst, dass ihre Definition nicht deinen Vorstellungen und Wünschen entspricht.

Lass uns nun den ersten Schritt machen:

Vor der Reise

Die ersten drei Schritte kannst du bereits angehen, wenn du deine Unternehmung planst. Hier stellst du die Weichen für deine individuelle Definition von Reisen.

Schritt 1 – Dein Reiseziel

Es klingt so selbstverständlich: Wohin möchte ich reisen? Natürlich stellt sich jeder diese Frage, der seine gewohnte Umgebung für eine bestimmte Zeit verlassen möchte, um zu neuen Ufern aufzubrechen. Doch hierbei ist es wichtig, dass du diese Frage aus einem ganz bestimmten Blickwinkel betrachtest, nämlich welches Reiseziel deine hochsensiblen Bedürfnisse unterstützen und gleichzeitig deine individuellen Wünsche verwirklichen kann. Es geht um dein persönliches »Warum« deiner Unternehmung: Warum möchte ich reisen? Was erhoffe ich mir davon? Was wünsche ich mir? Erforsche diese Fragen unabhängig davon, was du bisher als Überzeugung zum Reisen erlernt hast und was allgemein in deinem Umfeld von Kollegen, Bekannten und deiner Familie als »richtig« angesehen wird.

Vielleicht sehen sie einen Trip in eine quirlige Metropole als den besten Urlaub an, während du innerlich spürst, dass du gern in einer abgelegenen Waldhütte in Ruhe entspannen möchtest. Falls du andere hochsensible Menschen in deiner Umgebung kennst, kann es auch sehr hilfreich sein, wenn du dich mit ihnen dazu austauschst. Doch auch hier gibt es natürlich verschiedene Ansichten über einen geglückten Ausflug. So kann es für hochsensible Scanner oder High Sensation Seeker durchaus auch wichtig sein, sich ins lebendige Stadtgetümmel zu stürzen, um danach einige Tage an einem ruhigen Strand regenerieren zu können. Während introvertierte Hochsensible eher dazu neigen, sich für die gesamte Reisezeit einen abgelegenen Ort auf dem Land oder in der Natur auszusuchen.

Der wichtigste Schritt ist also in dich zu gehen und einmal zu ergründen, welche Bilder und Orte auftauchen, die für dich Leichtigkeit, Entspannung, Freiheit und Genuss symbolisieren. Welche Regionen oder Länder spiegeln für dich dieses Gefühl wider? Welche Landschaften und welche Umgebung würden dir dabei guttun? Welche Mentalität oder Kultur spricht dich an? Versuche deine inneren Bilder möglichst detailverliebt und lebendig zu visualisieren. Umschreibe sie in deinem Journal. Umso konkreter kannst du deine möglichen Reiseziele definieren.

Schritt 2 – Deine Reisezeit

Wenn du dein ideales Reiseziel auserkoren hast, kannst du nun herausfinden, welche zeitlichen Dimensionen für deine Unternehmung sinnvoll sind. Betrachte auch diese Frage aus der Perspektive deiner hochsensiblen Wesenszüge und Bedürfnisse. Für dein entspanntes Reisen kannst du zwei Aspekte ergründen:

  • Dauer der Reise: Wie lange möchte ich unterwegs sein? Welchen Anteil sollte das tatsächliche Reisen einnehmen und welchen Anteil das Verweilen an einem Ort? Möchte ich nur einen Tagesausflug oder Kurztrip machen oder möchte ich meine lang ersehnte Weltreise antreten? Welche Gedanken und Gefühle tauchen auf, wenn ich meine Reisedauer festlege? Fühlt es sich richtig an?
  • Deine Reisezeit: Wann ist es für mich am schönsten oder am wichtigsten zu reisen? Welche Jahreszeit finde ich am besten? Möchte ich vor dem hiesigen Winter fliehen oder lieber den Frühling an einem bestimmten Ort erleben? Ist vielleicht die Nebensaison für mich als Hochsensibler viel geeigneter als die Hauptsaison?

Nutze auch hier dein Journal, um deine Reisebilder weiter anzureichern. Auch der nächste Schritt bietet viel Futter dafür:

Schritt 3 – Deine Art zu reisen

Hierbei geht es um das »Wie« deiner Reise, also auf welche Art und Weise du sie sinnvoll und unbeschwert gestalten kannst. Der Fokus darf wieder auf deinen hochsensiblen Bedürfnissen liegen. Dabei kannst du drei Aspekte beleuchten:

  • Dein Reisevehikel: Mit welchem Transportmittel möchte ich mich fortbewegen? Per Flugzeug, Zug oder Schiff? Oder möchte ich lieber Radfahren, wandern oder per Anhalter reisen? Wenn ich mir jede Reisemöglichkeit detailliert vorstelle – bei welcher empfinde ich Abenteuerlust oder ein entspanntes Reisegefühl?
  • Deine Unterkunft: Wie und wo möchte ich wohnen? Möchte ich es mir in einem Luxusresort bequem machen, in einem Bungalow am Meer hausen oder lieber wild campen? Möchte ich meine Herberge entspannt im voraus buchen oder lieber spontan vor Ort nachspüren, wo es mich hintreibt?
  • Deine Begleitung: Dieser Aspekt ist für viele Hochsensible die wichtigste Frage überhaupt. Möchte ich allein oder in Begleitung unterwegs sein? Ist es für mich entspannend, wenn ich in einer Gruppe reise? Oder finde ich es am Schönsten, wenn ich mich unterwegs ab und zu mit jemandem treffe, aber ansonsten allein bin?

Mit diesen Schritten hast du den Grundstein für dein entspanntes Reisen gelegt und kannst deine Reisepläne nach deiner persönlichen Definition realisieren. Kommen wir nun zu den Möglichkeiten deiner hochsensiblen Selbstsorge, wenn du unterwegs bist.

entspannt reisen und genießen

Auf der Reise

Eine Reiseplanung nach deiner eigenen Definition ist der erste wichtige Schritt. Nun geht es um die reale Erfahrung, wenn du dann tatsächlich unterwegs bist. Hier kannst du echte Erkenntnisse über dich selbst sammeln: Was entspannt reisen für dich konkret bedeutet, wie es dir in bestimmten Situationen geht, wie du darauf reagierst und was du vielleicht verändern möchtest, um besser bei dir bleiben und für dich sorgen zu können.

Dafür kannst du in jedem Moment auf deiner Reise zwei wirksame Schritte einleiten, wann immer du dich überfordert oder überreizt fühlst:

Schritt 4 – Achtsamkeit aufbauen

Wir alle handeln die meiste Zeit des Tages nach unseren erlernten Gewohnheiten, die wie ein unbewusstes Programm in uns ablaufen. An sich ist dieser mentale Autopilot eine effektive Strategie, damit wir nicht über jeden unserer Schritte und jede einfache Handlung nachdenken müssen. Dadurch können wir zum Beispiel während des Autofahrens eine Unterhaltung führen. Wir müssen über die Abläufe des Fahrens nicht mehr bewusst nachdenken und können uns ganz auf das Gespräch konzentrieren.

Problematisch wird es, wenn dieser Autopilot vollständig die Kontrolle übernimmt und wir gar nicht mehr bewusst wahrnehmen, wenn etwas aus dem Ruder läuft. Gerade bei hochsensiblen Menschen besteht hierbei die Gefahr, dass sie in vielen Situationen gar nicht bemerken, wenn sie überreizt sind oder erst viel zu spät die große Erschöpfung spüren.

Um herauszufinden, ob du unterwegs nach deinen Bedürfnissen handelst oder ob du gerade über deine hochsensiblen Grenzen gehst, kannst du in regelmäßigen Abständen innehalten und einen »Check-in« mit dir selbst machen: Wie geht es mir gerade? Welche Gedanken tauchen auf? Welche Gefühle begleiten sie? Wie geht es meinem Körper gerade?

Mit dieser Übung schwimmst du nicht immer weiter in deinen Empfindungen und Gedanken, sondern beobachtest sie von einer Insel aus. Wenn du regelmäßig in dich hinein spürst, kannst du wichtige Erkenntnisse über deine gute Art zu reisen sammeln. Außerdem entdeckst du dadurch frühzeitig, wenn du dabei bist dich zu überfordern. So kannst du schneller und gezielter gegensteuern und eine bessere Richtung einschlagen. Vielleicht entscheidest du dich, den heutigen Ausflug in der Gruppe nicht mitzumachen, um etwas Schönes für dich allein zu unternehmen? Oder du gehst nach einem aufregenden Tag nicht noch mit deinen Freunden aus, sondern gönnst dir etwas Ruhe? Probiere dich hier aus und gehe dabei nicht danach, was wohl von dir erwartet wird, sondern was für dich gut ist.

Dieser achtsame Schritt erfordert anfangs etwas Übung, doch dann ist er sehr wirkungsvoll, um auf jeder Reise bei dir zu bleiben. Doch was kannst du tun, wenn du den Punkt der Überforderung einmal nicht bewusst wahrgenommen hast, sondern weit darüber hinaus gegangen bist?

Schritt 5 – Akzeptanz erlauben

Wahrscheinlich hat jeder Mensch schon mal diese Situation erlebt: Plötzlich ist da diese große Gereiztheit und eine innere Unruhe oder eine bleierne Erschöpfung breitet sich rasend schnell aus. Viele Hochsensible fühlen sich dann extrem dünnhäutig und verletzlich, und sehen sich gerade unterwegs den äußeren Umständen ausgeliefert.  Manche entscheiden sich nach solch schlimmen Erlebnissen dafür, lieber in den vertrauten vier Wänden zu bleiben, als sich dieser Gefahr auszusetzen.

Damit es nicht soweit kommt, darfst du dir in solchen Situationen erlauben, den Druck rauszunehmen. Denn zusätzlich zur Überforderung, die du gerade spürst, kommt der innere Stress als Belastung hinzu, wenn du diesen Moment als ganz furchtbar und unaushaltbar bewertest. Oder wenn du dir sogar Vorwürfe machst, dass du überhaupt auf Reisen gegangen bist. Auch im gewohnten Alltag können immer wieder unvorhergesehene Situationen auftreten, die dich überreizen. Es geht nicht darum, aufgrund der eigenen Hochsensibilität jede mögliche Schwierigkeit zu vermeiden, sondern bewusst und selbstsorgend damit umzugehen.

Deshalb darfst du versuchen den schwierigen Moment als solchen hinzunehmen und zu akzeptieren, dass es dir jetzt gerade so geht. Halte auch hier inne und frage dich: Was brauche ich jetzt, um mich besser zu fühlen? Was könnte mir jetzt gut tun? Was oder wen kann ich im Moment als Hilfe und Unterstützung nutzen, um weiterhin entspannt zu reisen? Einige praktische Hilfsmittel für unterwegs findest in den HSP-Ressourcen.

Auf diese Weise entlastest du dich von jeglichen Selbstvorwürfen oder Selbstabwertungen. Gleichzeitig erschaffst du dadurch einen bewussteren Modus, wo du die Situation sowie deine Gefühle und Gedanken dazu beobachten kannst. In diesem Modus kannst du viel hilfreichere Entscheidungen für dich treffen.

Durch diese beiden Schritte kannst du unterwegs trotz der äußeren Eindrücke und Umstände bei dir bleiben und gut für dich sorgen. Notiere deine Erfahrungen und Erkenntnisse in deinem Journal, damit du sie für kommende Ausflüge zur Hand hast.

Außerdem kannst du sie für eine ruhige Reflexion nach deiner Reise verwenden:

Nach der Reise

Nun hast du deinen Ausflug in andere Gefilde bewusst erlebt, viele Eindrücke gesammelt und dabei sicher auch einiges über dich selbst erfahren. Besonders für hochsensible Menschen ist es wichtig, die Zeit nach einer Unternehmung ebenfalls bewusst zu planen, um genug Raum für die Regenerierung zu schaffen. Denn auch die schönste Reise verlangt von feinsinnigen Gemütern so einiges an Energie und Verarbeitung des Erlebten ab. Und auch wenn andere Menschen in deinem Umfeld direkt danach mit ihrem gewohnten Alltag weitermachen können, so tust du gut daran folgende zwei Schritte nach deiner Reise zu beherzigen:

Schritt 6 – Leerlauf gönnen

Ich habe mich früher direkt nach meiner Reise wieder in die Aufgaben und Belange meines Alltags gestürzt – schließlich ist man nach so einem Urlaub oder Ausflug doch tiefenentspannt und erholt, oder? Es brauchte seine Zeit und auch so manche leidige Erfahrung, bis ich verstand, dass ich mit meinen hochsensiblen Antennen tatsächlich eine kleine Auszeit nach einem Urlaub brauche. Und es dauerte noch etwas länger, bis ich mir das endlich erlaubte und dabei entdeckte, welch großen Unterschied dieser Leerlauf macht. So konnte ich viel sanfter wieder in meinen Alltag finden und mit mehr Energie meine neuen Aufgaben angehen.

Plane also am besten bereits vor deiner Reise ein, dass du die Tage nach deiner Ankunft nicht direkt mit Terminen, Meetings und Aufgaben füllst. Im Grunde hast du jetzt nur eine Aufgabe: Deine mit Eindrücken angefüllten Sinne und dein mit Reizen beladenes Gehirn zu entlasten, indem du ihnen genug Zeit und Muße schenkst, um alle Erlebnisse deiner Reise mental und emotional zu verarbeiten. Dieser Prozess dauert bei Hochsensiblen oft deutlich länger und ist auch intensiver als bei normalsensiblen Menschen. Deshalb ist es völlig in Ordnung, wenn du dir diesen Leerlauf gönnst.

Danach wirst du sicherlich erstaunt sein, wie viel freier du dich fühlst und wie deine Energie und Motivation plötzlich wieder lebendig wird. Diesen Antrieb kannst du direkt für den letzten Schritt einsetzen.

Schritt 7 – Erkenntnisse nutzen

Nach der Reise ist vor der Reise. Du hast dir nun hoffentlich unterwegs viel Gutes getan und entdeckt, dass du auch als hochsensibler Mensch verschiedenste Möglichkeiten hast entspannt zu reisen und die Welt auf deine Art zu erkunden. Vielleicht planst du auch bereits deinen nächsten Ausflug?

Dafür kannst du nun deine notierten Erlebnisse und Erkenntnisse reflektieren und dir überlegen, was das für deine zukünftigen Unternehmungen bedeutet. Gehe dafür nochmals die Schritte vor der Reise durch und sei dabei vor allem ehrlich zu dir selbst: Welche Art zu reisen hat mir besonders entsprochen? Welche Reiseziele und Zeiten haben mir gefallen? Was hat mir in herausfordernden Momenten gut getan? Welche Begleitung oder Art der Unterkunft hat mich unterstützt und entspannt? Und was lief nicht so gut oder hat mir sehr viel Energie geraubt? Wie kann ich diese Dinge zukünftig verbessern oder reduzieren? Was möchte ich gern verändern?

Vielleicht kannst du die neu erworbene Selbstkenntnis von deiner Reise sogar in alltäglichen Situationen anwenden, zum Beispiel für deine Art zu arbeiten oder Beziehungen zu führen? Was auch immer du für dich beschließt: Lass dich nicht von möglichem Unverständnis oder gar Vorwürfen anderer verunsichern. Jeder Mensch darf sich seinen eigenen Begriff vom Reisen – und von anderen Dingen – machen. Auch Hochsensible können teils völlig unterschiedliche Erkenntnisse darüber entwickeln. Es gibt nicht die eine richtige Art zu reisen, sondern nur deinen ganz individuellen Weg, der für dich gut funktioniert. Wenn du diesen Weg gestaltest, hilft dir das auch dabei, generell eine sinnvolle Abgrenzung zu lernen.

Wenn du in Begleitung reist, kannst du dich bereits vorher offen darüber auszutauschen, welche Wünsche und Ideen an den Ausflug geknüpft sind. Vielleicht findet ihr viele Gemeinsamkeiten, könnt so manche Kompromisse eingehen oder akzeptiert auch den Wunsch des anderen, mal Zeit allein zu verbringen. Mit jedem bewussten unterwegs sein kannst du neue Erkenntnisse über deine Art entspannt zu reisen entdecken und für dich nutzen. So entspricht jede Unternehmung immer mehr deinen Bedürfnissen und Grenzen, während du gleichzeitig neue Orte entdecken und wundervolle Erfahrungen sammeln kannst.

Frage: Wie bereitest du dich auf Ausflüge und Reisen vor? Mit welchen Maßnahmen achtest du unterwegs auf dich und tust dir gut? Wie ergeht es dir nach einer Reise? Teile deine Erfahrungen und Erkenntnisse in den Kommentaren.